Montag, 12. Oktober 2009

"Ethik-Selektivismus"

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Es geistert ein Cartoon durch die Forenwelt, der zu Diskussionen anregt und manches Gemüt erhitzt.
Er basiert auf der Annahme, dass Veganer, die sich privat mit unvegan lebenden Menschen abgeben, nichts als Mitläufer, Kollaborateure und "Tierleidapologetenkuschler" seien.

Bild 1.

Er:
"Also ich verstehe nicht, wie du dich in einen Leichenfresser verlieben kannst."
Sie:
"Och, wenn er vorm Küssen die Zähne putzt, nachdem er die Currywurst gegessen hat..."

Bild 2.

Er:
"Also ich verstehe nicht, wie du dich in einen Fascho verlieben kannst."
Sie:
"Och, wenn er seine Kleidung ordentlich auslüftet, nachdem er eine Brandbombe in ein Asylbewerberheim geworfen hat..."

http://veganismus.ch/foren/misc/beziehungen.png

Speziesismus und Faschismus sind Brüder im Geiste und es ist undenkbar, mit Nazis für Tierrechte zu demonstieren.
Doch ab welchem Punkt kann man einen Menschen als "unbelehrbar" einstufen und sozial sich selbst überlassen?
Es ist klar, dass kein Veganer genötigt werden kann, seinen Freunden oder seinem Partner eine Leiche zu servieren, sowenig, wie man als Antifaschist an Naziaufmärschen teilnehmen sollte.
Man muss sich aber fragen, ob ethische und ideologische Differenzen dazu verpflichten, einen Menschen in seiner Ganzheit abzulehnen.
Wenn man solche Maßstäbe setzt, gibt man zwar vor, konsequent zu sein, betreibt aber Lagerwirtschaft, die zur Stagnation führt.
Im Endeffekt steht der Veganer als vermeintlich arroganter Gutmensch in selbst gewählter Isolation und hat es umso schwerer, seine Position zu vertreten.
Die "Ossis" durften in den Sechzigern keinen Rock 'n Roll hören, der war eine Erfindung des imperialistischen amerikanischen Systems und somit schadete jeder, der Rockmusik hörte, dem Sozialismus.
Man kann auch sagen, Rock 'n Roll sei ein Produkt unveganer Menschen und somit schadet jeder, der Rockmusik hört, dem Veganismus.
Muss man aber nicht...

Ich bewege mich zwischen Veganern, Vegetariern, Omnivoren, zwischen Arbeitern, Künstlern, Punks, Oi-Skins und "Normalos", ob aus diesem oder einem anderen Land, ich höre Musik von unveganen Bands, lese Bücher von unveganen Autoren, schaue Filme mit unveganen Schauspielern, musiziere mit Vegetariern und lerne manchmal sogar Faschos kennen.
Was bringt es mir, der Gesellschaft, den Tieren oder dem tumben Nazi, wenn ich dicht mache?
Ich habe mich einst mit einem NPD-Wähler aus meiner Nachbarschaft unterhalten, ich habe mir seine "Argumente" angehört und ihm geantwortet.
Ich versuchte ihm u. a. zu verdeutlichen, dass man keine Käseglocke über Deutschland setzen kann, dass es dann keine freie Marktwirtschaft gäbe und ich habe ihm das Geständnis entlockt, dass er gerne Döner frisst. Es war einen Versuch wert und er hat reflektiert.
Unwissenheit und Minderwertigkeitskomplexe sind keine unheilbaren Krankheiten.
Dieses System krankt an dekadenten Maßstäben, die einer korrupten Wirtschaft, überfüllten Schulklassen, mangelnden Freizeitalternativen und zu wenigen Ausbildungsstellen entgegen stehen, weshalb politische Meinungsbildung leicht von rechts außen beeinflusst werden kann.
Ähnliches gilt für das ethische Konsumverhalten, welches wohl kaum einem Kind durch staatliche Institutionen vermittelt wird.
Sind nun alle Faschos und Speziesisten automatisch "Arschlöcher"?
Wohl kaum, so wahr aus der Masse der Speziesisten jeden Tag neue Veganer hervorgehen...

Dass Antifaschisten in Freundschaft oder Partnerschaft mit Faschos zusammen sind, kommt zwar kaum vor, aber wenn doch, wo wäre das Problem?
Macht sich ein Veganer, bzw. Antifaschist, der eine ethisch/politisch gegensätzliche Freundschaft oder Partnerschaft lebt, wirklich mitschuldig?
Ich denke, das Gegenteil ist zutreffend. Solange dieser vegane/antifaschistische Mensch weiterhin seiner Linie treu bleibt und nicht aufgibt, positiven Einfluss auszuüben, leistet er einen sinnvolleren Beitrag, als jene, die sich zurückziehen und jeglichen Dialog verweigern.
Inwiefern die unterschiedlichen Ansichten und Interessen überhaupt eine Freundschaft/Partnerschaft ermöglichen, ist genauso individuell verschieden, wie das Potenzial, etwas zu ertragen, was einem gewaltig gegen den Strich geht.
Doch wenn der Wille gegeben ist, sollte man nicht von außen darüber urteilen, sondern - ganz im Gegenteil - diese Partnerschaft bestärken.
Ich bin dafür, dass mehr Faschos mit Antifaschisten zusammen sind, weil sie von denen eine Menge lernen können. Sollen sich meinetwegen alle gegenseitig adoptieren, wenn sie die Nerven dafür haben...
Was bringt es, wenn die "Schlauen" die "Dummen" links liegen lassen, statt sich ihrer anzunehmen?
Sind sie dann nicht selbst schuld an der allgemeinen "Dummheit"?
Sind dann nicht am Ende ALLE die "Dummen"?

Überall, wo sich der Mensch in seiner Geschichte ideologisch gruppiert und in seiner Ganzheit vom Rest der Welt abgesondert hat, entstanden Konflikte und Kriege.
Jede Religion hat ihre Dogmen und man muss sich fragen, wie leicht es ist, aus dem Veganismus über Dogmen eine Religion zu machen...
Interessant ist hierbei, dass gerade jene veganen Dogmatiker jegliche Religion zutiefst verabscheuen.

Ein Mensch ist mehr als einfach nur ein "Speziesist", ein "Nazi", ein "Theist" oder ein "veganer Gutmensch".
Wenn man das begreift, kommt man über die Umwege seiner Persönlichkeit, bei der man vielleicht sogar "liebenswerte Aspekte" findet, auch an die Grundpfeiler seiner Ideologie...
Schlimm, dass es hier wie da Veganer gibt, die das nicht begreifen und mit ihren arroganten Aussagen jene abschreckenden veganen Stereotype liefern, die Nichtveganern als Alibi dienen.
Wer tut hier also wem einen Gefallen?

Naja... Ich gebe zu, dass es mir hin und wieder Spaß macht, mich über Menschen lustig zu machen, die sich als "Antiveganer" bezeichnen.
Doch muss ich sie deshalb in ihrer Ganzheit ablehnen?
Wir sollten versuchen, positive Eigenschaften zu suchen und sie als Ansatzpunkt zu nutzen, statt die Grenzen weiter aufzuschütten, indem wir uns abspalten, verallgemeinern und von oben herab urteilen.
Konstruktive Kritik und Dialogbereitschaft bringen uns sicher weiter, als ein praktizierter "Ethik-Selektivismus"!

LG, Schlunz

Nachtrag Januar 2013: 

Die von mir illustrierte Broschüre "Geht mal gar nich: "Tierrechte und Nazis" wurde von einem so genannten "Aussteiger" verfasst und sie wird von der "Austeigerhilfe Bayern" verlegt. Der Begriff "Aussteiger" bestätigt alles, was ich oben geschrieben habe.

Nachtrag Februar 2013:

Ich möchte hier ein Zitat von Dirk Gießelmann anhängen, das ich unter einem Foto las, auf dem ein offensichtlicher Nazi mit Muttis blauer Einkaufs-Rolltasche zu sehen ist.
Das Zitat ist eine Reaktion auf die Kommentare, es ist Poesie und Philosophie in höchster Schwingung und es hat mich tief berührt.

Und ich denke:
Har-Har, witztisch //
Hackenporsche, muha...
88 - Habe Hunger? HAR-HAR?
Und ich denke:
und wenn er das Wägelchen vor 'ner Döner-Bude abstellt
und detonieren lässt,
Wo ist mein Lachen dann?
Schämen würde ich mich.
Und ich denke:
Was bezweckt mein Spott?,
und ich merke:
dass ich Angst hab,
und ich denke:
dass ich spotte,
weil ich urteile,
und ich denke:
Wer ist das? WER ist das?
Jens? Peter? Marcel?
Und ich denke:
Junge, du warst doch auch mal Kind,
8 Jahre alt,
Holger? Jan? Kai?
Und ich denke:
Mein Urteil will ich nicht,
nein, ich will es nicht, weil es nicht das GANZE erkennt,
und ich denke:
sieh, wie wir uns alle irren -
indem wir uns getrennt sehen,
und in Körpern,
du du und ich ich
weiß weiß und schwarz schwarz,
und angestrengt Tag für Tag Selbstbilder spinnen,
und doch: sind wir alle EINS,
Geister, die sich mit ihren Körpern identifizieren
und in Familien leben
und sich Familien schaffen
und sich gruppieren
und sich distanzieren,
und ich denke:
Mensch, Du,
kein Urteil will ich haben
über dich, über mich,
und ich reiche dir meine Hand -
so lange schon wartest du auf diesen Augenblick,
dass ich dir meine Hand reiche,
seitdem du 8 Jahre alt bist
wartest du darauf,
und weil niemand dir die Hand gab,
hörtest du auf damit, anderen die deine anzubieten.
Und immer noch sind wir Kinder,
ALLE,
es meine niemand, man wird kein Kind mehr sein,
nur, weil man älter wird.
Und ich denke:
88 - Hitler, Hackenporsche, Bier und Kuschelrock-CD...
wenn wir doch endlich die Mauern überwänden
in unseren Köpfen,
aber ja doch:
Wie sonst außer durch LIEBE könnte FRIEDEN entstehen?
Kai Jens Uwe Peter Sven Holger Marcel...
ich liebe dich!
KOMM, LIEBE MIT MIR!
Befreien wir uns von unseren 'Ichs',
die existieren, um sich als getrennte Egos in zu [uni]formieren,
halten wir Hände,
schauen uns in die Augen
lachen uns an
und dann:
wieder was dazu gelernt.
Wie immer. Wie immer,
bis: das Lernen endet,
bis: wir: EINS geworden sind,
in Frieden.
In 20 Jahren hat '88' lange Haare, 'nen Bart
und erinnert sich mit Falten auf der Stirn
an seine Vergangenheit,
in der er noch dachte, ein ganz spezieller Mensch zu sein,
eine Form, die er erfüllte,
eine Gestalt, die er schuf,
ein Mensch, den er machte,
anders als die anderen - und doch: genau wie alle anderen,
bis,
ja bis:
plötzlich sich alle die Hände reichten...

--
made me think.


***

Danke!




Sonntag, 27. September 2009

Was Schlunz isst...

***

Das hier wird im Prinzip eher ein privater Eintrag.
Ich werde oft gefragt, wie ich mich von "Nichts" ernähren kann ("wenn du kein Fleisch, keine Milchprodukte und keine Eier isst, bleibt dir ja nichts") und selten habe ich Gelegenheit, diesen Leuten ausführlich "Nichts" zu erklären...
Darum verweise ich sie in Zukunft auf diesen Blogeintrag.

Das Spektrum von "Nichts" ist unendlich groß (das ganze Universum besteht aus unendlichem "Nichts").
Wo neben dem unethischen Aspekt ein gewisser Ekelfaktor gegeben ist (Beides kann der Mensch ja meisterhaft ausblenden), wäre "weniger" sogar "mehr"...


Es gibt Vieles, was ich gerne esse, aber selten zubereite, super leckere vegane Aufläufe, Lasagne und vegane Pizza... Dafür bin ich aber meistens zu faul.
Ich will hier nur das thematisieren, was ich selbst oft zubereite und das muss schnell gehen.

Da wären diverse Nudelgerichte, Kartoffelgerichte, Reisgerichte mit verschiedenstem Gemüse und Tofu, Sojahack oder Sojageschnetzeltem, selten auch mit Seitan (Weizeneiweiß).
Ansonsten Obst, Müsli, Brot, diverse vegane Aufstriche (kann man super selber machen) und Salat.
Ja, der vegan-klischeelastige Salat kommt bei mir an letzter Stelle... ;o)

Hier mal eine Auswahl meiner Lieblingsgerichte:


Bratkartoffeln mit Sojageschnetzeltem

Da ich zu faul bin, die Kartoffeln zu schälen und zu kochen, schneide ich sie nach dem Waschen ungeschält in kleine Ecken und brate sie auf höchster Stufe in Öl (in einer Pfanne mit Deckel).
Das geht sehr schnell...
Gut salzen, pfeffern und ein paar Kräuter dazu...
Wenn die Kartoffelstückchen nach mehrmaligem Wenden gut braun sind, schiebe ich sie an den Pfannenrand und brate in derselben Pfanne eine Zwiebel an.
Das Sojageschnetzelte habe ich in Gemüsebrühe eingeweicht und gut ausgedrückt.
Das kommt nun ebenfalls in die Pfanne (oder in eine Separate, falls der Platz nicht reicht).
Man kann es beliebig würzen, ich mag es mit viel scharfem rotem Paprikapulver.
Wie man das Ganze nun anrichtet, ist individuell verschieden. Ich garniere den Tellerrand gern mit Tomatenscheiben und grüner Paprika.
Dazu Ketchup und ein paar Gewürzgurken... Fertig.

Sojagoulasch

Das Geschnetzelte wie oben beschrieben in Gemüsebrühe einweichen, ausdrücken, scharf anbraten, ne gehackte Zwiebel dazu...
Gleichzeitig in einem Topf eine rote und eine gelbe Paprikaschote, sowie ein paar Tomaten in der Gemüsebrühe kurz durchschmoren, dann Passata dazu, Salz, Kräuter, viel Pfeffer/Chilipulver und Knoblauch.
Zum Schluss das Sojageschnetzelte dazu geben und das Ganze noch mal kurz durchköcheln lassen.
Kommt super auf Reis, Nudeln oder zu Salzkartoffeln...


Frikadellen, diverse Bratlinge


Sojahack (bzw. Sojagranulat) gibt es in fast jedem Supermarkt und wesentlich preiswerter im Onlineversand.
Z.B. bei Vegan-Wonderland... (nein, ich habe keinen Deal mit der Firma, ist aber wirklich zu empfehlen).
Ich weiche 250g Sojagranulat in einer großen Schüssel mit heißem Wasser 10 Minuten lang ein und salze die Masse gleich mal reichlich.
Das Wasser gieße ich nicht ab.
Wenn die Masse eingeweicht ist, würze ich sie mit italienischen Kräutern, Pfeffer und gebe eine gehackte Zwiebel, sowie zermatschtes Weißbrot mit reichlich Weizenmehl dazu.
Das Ganze rühre ich dann durch und gebe solange Mehl dazu, bis die Masse zäh wird und Fäden zieht.
Diese Fäden sind Weizeneiweiß, das bindende Eigenschaften hat (Eier oder "Eiersatz" braucht man hierzu wirklich nicht).
Je flacher die Frikadellen, desto schneller sind sie durchgebraten. Ich mag sie schön braun, am liebsten kalt, mit Senf und Peperoni.
Ich möchte betonen, dass ich mit diesen Frikadellen bisher jeden Fleischesser begeistern konnte. Sie stehen dem unveganen "Original" in nichts nach.

Wenn ich Beilagen vom Vortag übrig habe (Reis, Bohnenmuß, Gemüse, etc.), mache ich daraus oft Bratlinge.
Jeweils eine gehackte Zwiebel, optional Knoblauch und Gewürze dazu geben, mit Wasser und Weizenmehl zu einer knetbaren Masse anrühren und fertig.
Merke: Wenn die Pampe schmeckt, schmecken auch die Bratlinge.


Spaghetti Bolognese

Hierfür verwende ich natürlich Nudeln ohne Ei und für die Soße entweder das erwähnte Sojagranulat (ca. 100g) oder einen Block Tofu, den ich mit einer Gabel zermatsche, salze und in Öl anbrate.
Sobald die Masse braun angebraten ist, schiebe ich sie an den Pfannenrand und gebe eine gehackte Zwiebel dazu. Wenn die fertig angebraten ist, Passata oder eine Tube Tomatenmark dazu (Letzteres ebenfalls kurz anbraten, das neutralisiert die Bitterstoffe), dann mit Wasser, Kräutern und reichlich Knoblauch anrühren, kurz aufköcheln lassen ... fertig.
Wenn vorhanden, schnippel ich noch eine Zucchini oder frische Tomaten in die fertige Soße und koch das Ganze mit Deckel auf der Pfanne kurz durch.
Wie man Spaghetti kocht, steht auf der Packung. ;o)


Tofu-Gemüsepfanne mit Reis oder Nudeln


Ich schneide einen Block Tofu in Würfel und brate diese (schon gesalzen) in Öl an.
Ob man den Tofu in Sojasoße mariniert oder nicht, ist Geschmackssache, ich mag ihn lieber ohne Marinade.
Wenn die Würfel kross sind, eine gehackte Zwiebel dazu, sobald die ebenfalls braun ist, Gemüse der Wahl dazu, gut würzen und Deckel drauf...
Ich mag Zucchini, Karotten, Tomaten, Paprika, Brokkoli, Lauch und Hülsenfrüchte (Kichererbsen, Kidneybohnen...).
Da Brokkoli und Karotten länger brauchen, als Zucchini, Tomaten und Paprika, köchel ich sie in einem separaten Topf vor und gebe sie dann halbgar zum Rest in die Pfanne.

Sobald das Gemüse ausreichend gegart ist (manche mögen es knackig), serviere ich es auf Reis oder Nudeln.
Gerne gebe ich auch Passata dazu und würze scharf nach.
So lässt sich auch schnell ein herzhaftes Chili zaubern, wenn man überwiegend Kidneybohnen, statt Gemüse verwendet.


Tofuschnitzel mit Reis und Salatbeilage

Simpler geht's nicht:
Ich schneide einen Block Tofu in Scheiben, salze sie und brate sie in Öl, bis sie kross und braun sind. Dazu angebratene Zwiebelringe, serviert auf Reis, garniert mit Tomatenscheiben, Paprika, mit oder ohne Senf...
Tofuschnitzel schmecken auch kalt.


Gemüseeintopf mit angebratenem Räuchertofu

Kartoffeln, eine viertel Kohlrübe und Karotten schälen und klein schneiden, gerne auch einen Hokkaido-Kürbis (saisonal), sowie Sellerie.
Dazu eine ganze Zwiebel (ungehackt) für den Geschmack.
Alles in einen großen Topf, knapp mit Wasser bedeckt und reichlich Gemüsebrühe dazu.
Dann Deckel druff und kochen lassen, bis die Kartoffeln gar sind (dann stimmt auch der Rest).
Nebenbei den Räuchertofu gewürfelt anbraten und dem Eintopf beimischen, noch mal salzen, pfeffern, etwas Öl oder vegane Margarine dazu, abschmecken, fertig.


Tofu-Curry

250g Reis kochen.
Einen gewürfelten Block Tofu in Öl kross anbraten (gleich gut salzen).
Wenn der Tofu braun ist, schiebe ich ihn an den Pfannenrand und brate eine gehackte Zwiebel kurz an, dann gebe ich Paprikastreifen, Tomatenwürfel, Zucchini dazu, würze reichlich mit Kräutern, Pfeffer und Parikapulver, vermische alles mit dem Tofu und verschließe die Pfanne mit einem Deckel.
Bei höchster Heizstufe ist das Gemüse schnell gar und nun gebe ich den Reis dazu.
Das Ganze wiederum gut mischen, mit reichlich Currypulver würzen und noch mal voll durchheizen.
Zum Schluss mische ich eine Dose Ananasstücke unter (natürlich ohne den Saft) und fertig.


Sojaquark mit Pellkartoffeln


Kartoffeln ungeschält kochen (is klar...) und einen Block Tofu mit einer Gabel oder besser mit einem Pürierstab zermatschen, mit etwas Sojamilch, Öl, Salz, Paprikapulver und reichlich Schnittlauch anrühren, fertig.


Diverse Aufstriche und Leckereien


Wenn man einen Pürierstab besitzt, hat man unglaublich viele Möglichkeiten, leckere und preiswerte Aufstriche herzustellen.
Eine Dose Kidneybohnen oder Kichererbsen mit etwas Sojasoße, Öl und Gewürzen pürriert, und fertig.
Geht natürlich auch mit Tofu (siehe oben).

Genauso leicht kann man mit einem Pürierstab aus Tofu, Sojasahne und Sojamilch leckere Desserts zubereiten, wenn man Früchte und Zucker untermischt.
Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Einfach ausprobieren... ;o)


Bananenpfannkuchen

Bananen zermatschen, mit Weiznmehl , Sojamilch, Zucker, und etwas Vanillezucker anrühren.
Etwas Mineralwasser macht die Pfannkuchen fluffiger.
Man braucht kein Ei, um leckere Pfannkuchen herzustellen... ;o)
Ich mag Pfannkuchen (geht natürlich auch ohne Bananen) mit Schattenmorellen aus dem Glas oder Marmelade.


Und zum Schluss das geilste Salat-Dressing:

Eine dreiviertel Tasse (große Tasse, bzw. Kaffeebecher) Sojamilch naturell, ein guter Teelöffel Senf (mittelscharf), drei Esslöffel Pflanzenöl, ein Schuss Essig und reichlich Kräutersalz mit Schneebesen schaumig quirlen und abschmecken... *yummy*


Ich habe hier jetzt leider keine Fotos der Gerichte parat und ich glaube auch nicht, dass es das braucht.
Wer in seinem Leben noch keine Bratkartoffeln, keine Frikadellen, keinen Eintopf und keinen gebratenen Tofu gesehen hat, kann ja danach googeln. ;o)
Es gibt etliche Internetseiten mit veganen Rezepten und tollen Fotos, mit denen ich gar nicht mithalten will...
Vegane Torten, Kuchen, Desserts, komplizierte Kreationen und aufwändige Rezepte...
Ich wollte nur mal die Frage nach dem "Nichts" beantworten.
Und ich möchte betonen, dass es schön wäre, wenn die Menschen mehr Zeit hinterm Herd verbringen und rumexperimentieren, statt unveganem Fastfood und Microwellen-Frass den Vorzug zu geben.
Vegane Küche ist vielseitig, unkompliziert und gesund.

Vor allem muss kein Tier dafür leiden.


LG, Schlunz


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Donnerstag, 20. August 2009

"The old Man"

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"The old Man" von "Thoughts of Completion"
Graphics by Schlunz

Es geht um einen alten Mann, der seine Taten als deutscher Soldat im 2. Weltkrieg reflektiert.
Meine beiden Großväter marschierten nach Russland und kamen nie zurück.
Ich weiß nicht, was sie taten, was sie sahen, was sie erleiden mussten, ob sie darüber reflektierten oder ob sie vom Größenwahn befallen waren...

Die enge Verknüpfung der Respektlosigkeit gegenüber Menschen und anderen Spezies wurde hier schon oft erwähnt.
“Solange es Schlachthäuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben.”
(Tolstoi)



Ethische Reflektion kann nie verkehrt sein, auch wenn man damit nicht warten muss, bis man alt ist...

***

Sonntag, 21. Juni 2009

Atome des Wahnsinns

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Überarbeitete Version.




Ein schöner Planet

liegt im Sterben

Doch uns geht es gut

weil wir das verdrängen

was wir verantworten

Eins

kommt zum Anderen

damals

wie heute

es ist vermeidbar

aber wir vermeiden es nicht

wir treiben es an

und lassen es zu

Sind inkonsequent

und bequem

Jeder für sich

mit seiner eigenen Ausrede

Zusammen

sind wir Atome des Wahnsinns

die es nicht schaffen

eine ethische Kettenreaktion hervorzurufen

weil wir nicht begreifen

dass wir als Atome

Teile eines Ganzen sind




Schlunz


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Freitag, 22. Mai 2009

Erlebnisurlaub

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Versionen mit hoher Auflösung zum Ausdrucken und Verteilen (1057x1309):

Farbig
Schwarz-Weiß



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Donnerstag, 30. April 2009

Neue Cartoons

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"Realklischees"




"Tatendrang"




"Soja macht impotent"



"Er nu wieder"




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Dienstag, 31. März 2009

Ist das "fair"?

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Es geht hier um das Thema "rundum fair", welches unveganen Menschen oft als Alibi dient.

Ich würde ja gerne mal nen Blick in die Kleiderschränke jener kinderlosen Leute werfen, die immer wieder Veganismus und fairen Handel in einen Topf schmeißen. Sind die wirklich so konsequent, dass sie sogar faire Socken und Unterhosen haben, wenn doch sogar Neuveganer noch ihre alten Lederschuhe "auftragen"?

Mir stellte mal in einem Vegan-Forum ein Familienvater und Hartz-4-Empfänger die Frage nach veganer Schokolade, die in Supermärkten angeboten wird.
Ich nannte ihm ein paar Alternativen und daraus wurde mir dann ein Strick gedreht.
Dass die Umgewöhnung von Kindern ohne Verzichtgefühle bei den Preisen und der Verfügbarkeit fair gehandelter Schokolade für einen mehrfachen Vater auf Hartz-Fear eine schwierige Aufgabe ist, sollte klar sein.
Billige Schokolade ist nicht fair trade und so wäre die richtige Antwort gewesen:
"Für Euch gibt es vorerst keine Schokolade! Ihr könnt Euch sowas nicht leisten!
Und wo wir grad dabei sind... Dasselbe gilt natürlich für Eure Kleidung.
Sollte schon fair sein, egal ob es sich um Baby- oder Teenagerklamotten handelt."

Okay, auf Schokolade in rauen Mengen müssen die Kids erst mal verzichten, Papa findet schon noch Alternativen, aber...
Sind unfaire Klamotten aus zweiter Hand eigentlich fair?

Nein!
Also kauft Kinderarbeit für eure Kinder oder lebt fair!
Da Kids schnell aus ihrer Größe raus wachsen, muss man sich dann mit wenig zufrieden geben.
Unterwäsche, Jacken, Jeans, Schuhe für Sommer und Winter, vorher ein paar wenige Babystrampler- und Bodys, etc... Wenn sich das Baby den dritten Strampler voll gekotzt hat, dann hat es halt Pech... Das ist dann nur "fair"...
Spielzeug sollte nur aus Deutschland kommen, zumindest nicht aus China...
Unfaire Geschenke werden abgelehnt, Wunschzettel ignoriert und das bisschen, was man sich leisten kann, muss halt reichen.
Man lebt nicht nur vegan, man lebt rundum "fair" und "bio".
Dass die Nachbarn komisch gucken, wenn die Kids jeden Tag in denselben Klamotten rum laufen und im Supermarkt Schokolade klauen, daran muss man sich halt gewöhnen, das gehört dazu.
Und wenn die Kids mal wieder mit irgendwelchem Spielzeug-Dreck aus China ankommen, nimmt man es ihnen weg, schmeißt es in den Müll und erklärt ihnen die Hintergründe...

Es ist sehr leicht, nach bestem Wissen und Gewissen vegan zu leben, egal wie hoch oder niedrig das Einkommen ist.
Wer fair trade und Veganismus voneinander abhängig macht, verursacht aber großen Schaden.

Wenn ich auf Tierprodukte verzichte, dann verzichte ich auf die "Veredelung" veganer Ressourcen, welche als Tiernahrung Verwendung finden.
Im Angesicht des Welthungers sicher der weniger dekadente Weg...
Dann verzichte ich auf die bekannten Klima verändernden und Umwelt zerstörerischen Einflüsse der Tierleidindustrie, unter denen vor allem die Dritte Welt leidet.
Und vielleicht habe ich dann sogar begriffen, was Leo Tolstoi vor langem erkannte:
"Solange es Schlachthäuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben."
Menschenrechte sind in Tierrechten automatisch mit inbegriffen, denn Menschen sind Tiere.
Jeder Mensch in dieser Gesellschaft mit ihren veganen Alternativen kann es unterlassen, Tierleidprodukte zu kaufen.
Rundum fair trade zu leben ist allerdings nur wenigen Leuten vorbehalten, es ist einfach zu teuer und für Menschen, die Kinder ernähren, einkleiden und unterhalten müssen, wird es umso enger.
Wenn ich mir "fair" und "bio" leisten kann, tue ich es und wenn ich es mir nicht leisten kann, ist das kein Grund, Tiere auszubeuten.
Der Kontext "wenn du vegan lebst, musst du auch rundum fair trade leben" steht als Alibi für unveganes Verhalten.
Unvegane Menschen, die dieses "Argument" einwerfen, woraufhin sie mit einem selbst zufriedenen Grinsen beobachten, wie langjährige Veganer stammelnd ihre fairen, bzw. unfairen Verhaltensweisen aufzählen und sich rechtfertigen, gibt es genug...
Menschen, die sich zum ersten Mal mit Ethik befassen, werden verunsichert, bleiben auf der Stelle stehen oder bewegen sich sogar rückwärts, weil andere in tumber Naivität oder ganz gezielt den einen Boykott mit dem anderen aufwiegen...
Was bleibt, ist unvegane Stagnation und jene, denen dies nur "recht und billig" ist, haben ihr Ziel erreicht.
Den Preis zahlen am Ende nicht nur die "Nutztiere", welche sicher nie in der Lage sind, ihre eigene Lobby zu sein oder eine Revolution zu starten, sondern auch jene Menschen, deren Böden verkarsten und deren Nahrung zu Tiernahrung "veredelt" wird.

Ist das "fair"?

Wie fair können Eltern sein, die sich mit einem Durchschnittseinkommen oder weniger zufrieden geben müssen?
Ein simpler Body, aus dem das Baby nach einigen Monaten rausgewachsen ist, kostet im unfairen Handel um die 5€.
Fair gehandelt muss man ca. 10€ draufzahlen. Dasselbe gilt für Strampler und alles andere.

Welchen Umfang hat nun eine Baby-Erstausstattung?

6-8 Bodys
6-8 Strampler
6-8 Pullover.
2-3 Paar warme Socken
2-3 Anzüge für Draußen
Diverse Hauben und Mützen
2 Babydecken
1-2 Schlafsäcke
Einen Kinderwagen mit Kinderwagen-Überzügen
Mehrere Kissenüberzüge
Puppen, Spielzeug und vieles mehr, das Ganze natürlich nicht nur fair, sondern auch noch bio und vegan...

Bio, vegan und fair? Und erschwinglich? Und nach ein paar Monaten alles verschenken und neue Klamotten kaufen, weil das Baby nicht mehr rein passt?
Und dann wird daraus ein Kleinkind, mit mehreren Jeans, T-Shirts, Pullis, Jacken, Schuhen, Unterwäsche, Strumpfhosen, Socken, etc...

Auf Schokolade und Kaffee kann man verzichten, doch es gibt so viele elementare Dinge, für die man keine Alternativen findet, wenn man nicht weit über dem Durchschnittseinkommen liegt.
Es ist furchtbar, dass die Kluft zwischen arm und reich immer größer und der Wohlstand dieser Gesellschaft in vielen Bereichen erst durch menschliche Sklaven ermöglicht wird, doch deshalb muss man von vegan lebenden Menschen nicht verlangen, dass sie Unmögliches leisten, nur weil sie auf Tierleidprodukte verzichten.
Ich werde meine Tochter genauso auf menschliche Sklaverei hinweisen, wie auf "Nutztierhaltung" und wenn mal wieder ein Familienvater nach erschwinglicher veganer Schokolade und Keksen aus dem Supermarkt fragt, helfe ich ihm weiter.


LG, Schlunz


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Donnerstag, 12. März 2009

"Papa, warum leben wir vegan?"

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"Papa, warum leben wir vegan?"

"Weil Tiere leiden können. Sie empfinden Schmerzen und Angst. Sie wollen sicher nicht, dass der Mensch sie einsperrt, herumtransportiert und schließlich tötet.
Der Mensch braucht seit der Steinzeit keine Tiere um zu überleben, weder für seine Ernährung, noch für seine Kleidung oder sonst was."

"Aber die anderen sagen, wenn man vegan lebt, ändert das auch nichts..."

"Das stimmt nicht und das gilt für alles, was wir wählen, was wir tun und unterlassen.
Doch selbst wenn es so wäre...
Stell Dir vor, zwei größere Jungs klauen deinem Klassenkameraden auf dem Schulhof sein Pausenbrot und du kannst ihm nicht helfen. Nur, weil du ihm nicht helfen kannst, musst du ihn doch nicht ebenfalls ausrauben, oder?"

"Nein..."

"Und genauso wenig müssen wir Fleisch, Käse, Eier und Honig essen, nur weil es die anderen tun.
Für alles, was wir tun, sind wir verantwortlich, ob wir andere Menschen beklauen oder Tiere ausnutzen."

"Sind die anderen in meiner Klasse deshalb böse?"

"Nein. Menschen machen in ihrem Leben oft Dinge, die falsch sind. Auch wir, deine Eltern, deine Großeltern und deine Freunde...
Deshalb sind wir nicht böse. Wir wissen es oft nur nicht besser.
Viele Kinder glauben nur das, was ihnen ihre Eltern sagen und sie haben gelernt, dass es scheinbar ok ist, Tiere für Nahrung, Kleidung oder Unterhaltung zu benutzen.
Doch es ist falsch für die Tiere, falsch für die Umwelt und ungesund für den Menschen.
Du hast in der Schule gelernt, dass Gewalt falsch ist und auch das Einsperren, Ausnutzen und Töten von Tieren bedeutet Gewalt."

"Aber warum bringen die Lehrer uns das nicht bei?"

"Weil sie es nicht besser wissen oder wissen wollen."

"Aber sie sind doch erwachsen und sollten es besser wissen..."

"Ja, das sollten sie. Doch wenn man erwachsen ist, heißt das noch nicht, dass man auch alles weiß und dass man immer fühlt, was richtig und was falsch ist. Das gilt auch für deine Lehrer.
Letztendlich wirst du entscheiden, wie du dein Leben gestaltest.
Hör auf dein Herz!
Wenn die Menschen in deinem Umfeld nicht begreifen, dass sie den Tieren Gewalt antun, wende dich nicht von ihnen ab und erhebe dich nicht über sie, denn wer etwas Schlechtes unterlässt, ist deshalb nicht automatisch ein besserer Mensch."

"Und die, die sich nur über mich lustig machen und immer wieder dieselben dummen Witze reißen, egal was ich sage?"

"Über die darfst du dich auch lustig machen, wenn du willst. Du musst dir nichts gefallen lassen, nur weil du etwas anders machst und du hast die besseren Argumente."

"Werden irgendwann mal alle Menschen vegan leben?"

"Das weiß ich nicht. Es wäre schön und es kann nur passieren, wenn viele Menschen mit gutem Beispiel voran gehen."

"So, wie wir?"

"So, wie wir."

***

In diesem fiktiven Gespräch wird dem Kind vermittelt, dass es sich bei dem Ausnutzen, Manipulieren und Töten von nichtmenschlichen Individuen um Gewalt handelt.
Gewalt, die den Kindern in dieser Gesellschaft von kleinauf als "normal" und scheinbar unumgänglich vermittelt wird, während sie gegenüber der eigenen Spezies als verachtenswürdig gilt.
Wir sagen "Gewalt ist keine Lösung", wollen das auch unseren Kindern vermitteln, tun dies aber vor dem Hintergrund des täglichen privaten Blutvergießens.
Und wir hinterfragen scheinbar nicht, inwiefern die Grenzen der Gewalt gegenüber uns selbst und anderen Spezies stufenlos miteinander verschwimmen.
Prinzipieller Respekt vor fühlenden bewussten Lebewesen und das Anerkennen ihrer Leidensfähigkeit sollte dazu führen, alles zu unterlassen, was deren Leid verursacht.
Doch dieser prinzipielle Respekt ist nicht gegeben und somit wird er nicht vermittelt, weder in den Schulen, noch in den Medien und schon gar nicht innerhalb der Familien.
Wir sind gerade mal dabei, die "Tierethik" zu entdecken und dabei haben wir noch nicht einmal den nächsten Schritt erkannt: Ethik kann nicht in "Tierethik" und "Menschenethik" aufgeteilt werden, denn das eine kann ohne das andere nicht funktionieren.
Die Geschichte der Menschheit zeigt es durch Schlachthäuser und Kriege, Schützenvereine und Amokläufer... Gewalt ist eine Kettenreaktion.

In der Qualität der Ethik, die wir unseren Kindern vermitteln, liegt die Vernunft oder Unvernunft kommender Generationen.
Das gilt für den unveganen Endverbraucher genauso wie für Jäger, Schlachter, Prügeleltern, Hooligans, Soldaten und Diktatoren.
Gewalt ist keine Lösung!

Ich habe mich schon oft gefragt, wie ich das meinem Kind vermittel...


***

"Und was ist Speziesismus?"

"Das erkläre ich dir morgen..."


Schlunz

Siehe auch: "Mein Kind soll das selbst entscheiden"


***


Samstag, 7. Februar 2009

Wann ist ein Mann ein Mann?

“Wer Fleisch isst, sollte auch in der Lage sein, das Tier selbst zu töten!“
Das sagen viele Männer. Generationsübergreifend...
Das angebliche Wissen darum, wie man tötet, gilt ihnen als Legitimation, Tote zu essen.
Als Kind sahen sie, wie ihr Opa ein Kaninchen killte und weil sie nicht in Ohnmacht fielen, sind sie nun Vollprofis.
Natürlich dürfen sie vegan leben, auch wenn sie noch kein eigenes Gemüse angebaut haben, aber viel entscheidender ist doch die Frage, ob es überhaupt einen nachvollziehbaren Grund gibt, in dieser Gesellschaft ein Tier zu töten.
“Weil es mir schmeckt“ ist kein nachvollziehbarer Grund und leider haben sie argumentativ nichts weiteres vorzuweisen.
Außer die Männlichkeit...
Es gibt ein Parfum für Männer, das riecht nach verbranntem Fleisch.
Kein Scherz: "FLAME™ by BK®".
The WHOPPER® sandwich is America’s Favorite burger. FLAME™ by BK® captures the essence of that love and gives it to you. Behold the scent of seduction, with a hint of flame-broiled meat.
2009 wurde es in Europa beworben, mittlerweile hat es auch den japanischen Markt erobert.
Es bleibt fraglich, ob sich das Parfum positiv auf die weibliche Libido auswirkt.
Vielleicht bei Frauen, die es mögen, wenn Männer bei offener Klotür mit ner Kippe im Mundwinkel stehend pinkeln und dabei einen fahren lassen.
Fleisch grillen, Fleisch essen, nach Fleisch riechen...
Das ist männlich!
Komisch. Laut einer Studie vom Playboy sind Metzger und Schlachter eigentlich das Letzte, was sich Frauen im Bett wünschen. Blut bespritzt, mit Gummistiefeln und nem Messer in der Hand. Ne, lass mal! Sollen mal unter sich bleiben. Denen klebt das Blut an den Händen!
Dabei sind doch gerade sie die letzten "wahren Männer".
Zwar jagen sie nicht mehr, sondern lassen sich die "Beute" im Akkord vor das Bolzenschussgerät oder die Elektrozange schieben, aber dennoch sind sie es, die "die Sache klar machen".
Traut sich ja sonst keiner. Da sind sie dann alle zu weich.
Sollen sich nicht so anstellen und mal selber schlachten, in Blut und Scheiße stehen, Kühe ausweiden, Därme und Mägen sortieren...
Wenn Fleischessen und nach verbranntem Fleisch riechen männlich ist, dann ist es auch das Töten und Ausweiden, genauso wie bei offener Klotür mit einer Kippe im Mundwinkel stehend pinkeln und dabei einen fahren lassen.
Wie viele Frauen unter den Industrialisierten Cro-Magnon-Menschen üben den Beruf der Schlachterin aus?
Töten ist Rambo, Chuck Norris, Männersache...
Bis auf den Geschmack und die Männlichkeit gibt es keine Hinweise der Werbeindustrie, warum man sich das Zeug rein ziehen sollte.
Kein Hinweis auf besonders wertvolle Inhaltsstoffe, mit gesunder Ernährung hat das ja bekanntlich nichts zu tun.
Es reicht als Grund für den Konsum dieser Produkte der Umstand, dass man ein Mann ist.
Dass der Fleischkonsum mit Kraft und Muskeln nichts zu tun hat, ist mittlerweile bekannt.
Es geht nur darum, dass ein totes Tier leidensfähiger als eine Pflanze ist und dass diese Leidensfähigkeit gefälligst im Sinne einer undefinierbaren archaischen Männlichkeit hingenommen, bzw. ignoriert wird.
Ich fühle mich da geschlechtlich diskriminiert.
Es wird vermittelt, Männer seien primitiv und Männlichkeit sei ein Indikator für mangelnde Empathie.
Dabei stimmt das gar nicht!
Männer kraulen Hunde und Katzen, spielen mit Kindern und sagen: "Selber so ein Schwein töten, das könnte ich nicht...".
Die meisten Männer sagen so was. Meinen die das ernst? Komisch.
Ja was denn nun? Entweder oder!
Mit "flame-broiled-meat-flavour" rum rennen, aber kein Bock auf offene Kehlen? Das ist inkonsequent!
Vielleicht ist dieses inkonsequente archaische Getue ja nur Ausgleich zum infantilen Milchkonsum.
Milch ist Babynahrung!
Hat man als Mann, der Babynahrung konsumiert, eigentlich "Eier"?
Und hat man die zwangsläufig, wenn man Leichen fleddert?
Männer führen Kriege,
Männer sind schon als Baby blau,
Männer rauchen Pfeife,
Männer sind furchtbar schlau,
Männer bauen Raketen,
Männer machen alles ganz genau.
Oh wann ist ein Mann ein Mann?
(Grönemeyer)

Der Umstand, dass die Begrifflichkeit "typisch männlich" heutzutage überwiegend negativ behaftet ist, wird durch Werbung für archaische Stereotype nicht geschmälert.
Hier nimmt die Definition des Mannes als Indikator für unethisches Verhalten Schaden.
Männer fressen Fleisch, Männer schlachten, Männer führen Kriege, Männer sind gegenüber Frauen übergriffig...
Moralisch auf der Stelle zu stehen oder sich sogar im Sinne einer vermeintlichen "moralischen Evolution" rückwärts zu bewegen, wird gutheißend hingenommen.
Da sich dieser Blödsinn seit der Steinzeit in den Hirnen der Menschheit manifestiert hat, ist es kein Wunder, dass es mehr Frauen unter Veganern und Vegetariern gibt.
Es ist ok, archaische Muster zu tolerieren, wenn es um das "Balzverhalten" und Genderfragen menschlicher Tiere geht, doch das Morden und Leichenfleddern sollte nichts mehr damit zu tun haben.

Schlunz





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Sonntag, 7. Dezember 2008

Die Frage nach der Leidensfähigkeit

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Es mangelt in dieser Gesellschaft nicht nur an Empathie, sondern auch am Wissen um simple biologische Zusammenhänge.
Grundvoraussetzung für "Glück" und "Leid" ist ein zentrales Nervensystem und das damit einhergehende Bewusstsein, sowie der der Umstand, dass unter diesen Voraussetzungen jede höher entwickelte Spezies über Glückshormone und das negative Pendant (Stresshormone, Adrenalin) verfügt.
Ich frage mich, warum solche Informationen im Biologieunterricht nicht ausreichend vermittelt werden.
Hängt wohl mit dem daraus resultierenden schlechten Gewissen einer unveganen Gesellschaft zusammen.

Man sollte Menschen nicht "vertierlichen" und so tun, als seien sie Opfer ihrer Instinkte.
Und wenn doch, wenn Menschen sowas nicht von selber raffen, wenn sie nicht die geistigen Voraussetzungen mit sich bringen, sich in andere Lebewesen hineinzufühlen, warum sollte man sie dann nicht als Nahrungslieferanten züchten, halten, ausbeuten und schlachten?

Die Frage nach der Leidensfähigkeit von Pflanzen und Tieren kommt immer wieder auf.
Was wäre, wenn ein Kohlkopf genauso leidet, wie ein Kalb?
Dann wäre es ja schon mal ziemlich dämlich, Tonnen pflanzlicher Ressourcen in ein paar Kilogramm Tierleid zu verwandeln.

Ich hatte eine interessante Diskussion zum Thema "Leidensfähigkeit", die exemplarische Fragen aufwarf und mir die Chance gab, sie zu beantworten.

C.:
Selbst kleinste Copepoden drängt es zum Licht, sie fliehen vor Fressfeinden oder lebensfeindlichen Zonen im Wasser, und wenn sie gefangen werden winden sie sich verzweifelt im Todeskampf - nicht viel anders als höher entwickelte Tiere.
Fluchtverhalten (das wir als Angst interpretieren) und auch der Versuch sich aus den Fängen des Räubers zu befreien (also Schmerz beim Gefressen werden, Lebenswille) ist schon bei diesen kleinsten Tieren vorhanden und hat mit bewusstem Erleben nicht viel zu tun. Bei diesen Tieren können wir uns problemlos vorstellen, dass Reiz und Reaktion ohne ein Bewusstsein funktioniert - ähnlich wie ein Roboter weinen, lachen und "aua" schreien kann, wenn bestimmte Knöpfe gedrückt werden.

Nein, so funktioniert das nicht.
Schmerz und Angst sollen vor Gefahren warnen. Sie sind also für so ziemlich jede Lebensform, die flucht- und reflexfähig ist, als unangenehm zu betrachten.
Und das, was Angst und Schmerz als unangenehm bewertet, ist das Bewusstsein.
Hirn, Augen, Nervensystem... Das sollte für ein Bewusstsein reichen.
Die Quantität an Nerven und Intelligenzpotenzial erhöht logischerweise das Bewusstseinspotenzial.


C.:
Schmerz oder Angst sind nicht von Nöten, um Gefahren auszuweichen oder Gefahren zu erkennen. Lediglich Flucht- und Ausweichverhalten, die auf bestimmte Reize folgen.

Du übersiehst, dass es belohnende und warnende Reize gibt.
Warnende Reize dürfen nicht angenehm sein, sonst würde kein Fluchtverhalten einsetzen, sondern das Lebewesen würde sich zur Gefahr hingezogen fühlen.
Und auch bei "primitiven" Lebensformen wird sich der Fortpflanzungsakt durch belohnende Reize bestätigen.
Das eine ist der Antrieb, das andere ist die Bremse.

C.:
Ein Hund, dem man das Rückenmark durchtrennt hat, zuckt auch noch mit der Pfote wenn diese verletzt wird.
Querschnittsgelähmte Menschen können ihre abgetrennten Rückenmarksbereiche konditionieren, weil auch in diesem abgetrennten System noch Prozesse ablaufen können, die wir als Angst beschreiben würden. Völlig ohne Bewusstsein oder unangenehmen Empfindungen.

Wenn diese Aussagen allgemeingültig wären, hätten viele Kranke weniger Probleme.
Bemerkenswert ist, dass Du als Beispiel Tiere und Menschen aufführst, die ihre Fluchtfähigkeit verloren haben.
Haben sie deshalb auch weniger Angst?
Sie wurden als fluchtreflexfähige Tiere geboren!
Das Potenzial ist wesentlich, nicht die Situation in der sich das Individuum befindet.


C.:
Zu deiner Annahme, immobile Tiere haben keine Schmerzen:
Wie sieht das bei sessilen Schnecken und Krebsen deiner Meinung nach aus?

Noch mal:
Die Quantität an Nerven und Intelligenzpotenzial erhöht logischerweise das Bewusstseinspotenzial.
Hirn, Augen, Nervensystem...
Seeanemonen haben kein Gehirn.
Dort, wo lediglich ein vegetatives Nervenzentrum vorhanden ist, bleibt auch der Belohnungseffekt aus.

C.:
Verstehe nicht, was du damit meinst.

Mit dem Belohnungseffekt?
Na, wenn ein Lebewesen Nahrung braucht und sich diese nicht wie ne Koralle aus dem Wasser filtert, muss es danach suchen, jagen, etc.
Damit es das tut, erfolgt ein Warneffekt namens "Hunger" und danach der Belohnungseffekt (Sättigung).
Gilt auch für Fortpflanzung, Lichtaufnahme, freien Raum und freie Zeit, etc...
Hunger, Geilheit, Angst und Schmerz wären sinnlos, wenn sie subprogrammatisch ablaufen würden.
Das Bewusstsein muss reagieren und das tut es nur durch Belohnung und Warnung.

C.:
Es geht einzig und allein um die Tatsache, dass ein System auch ohne Bewusstsein so agieren kann, dass wir eins vermuten.
Wenn wir einen Hund an der Pfote verletzen, der nix spürt, dann reagiert die Pfote trotzdem auf den Reiz als hätte sie Schmerzen. Was uns allerdings nicht vermuten lässt, dass die beteiligten Nerven ein separates Bewusstsein entwickelt hätten.

Na und? Du kannst diesem Hund problemlos die komplette Pfote entfernen, wenn Du ihm die Augen zuhältst und er wird nicht darunter leiden.

C.:
Ein Blumentier empfindet also bewusst Schmerz, aber weniger bewusst als ein Hund.
Wie kann man sich bei einem Schmerzreiz weniger oder mehr bewusst sein?
Die Heftigkeit der Reaktion ist bei beiden gleich.

Der Hund hat ein wesentlich höher ausgeprägtes Nervensystem und ein Gehirn.
Er interagiert komplexer, kann fliehen, kann winseln und vermissen...

C.:
Weder winseln noch vermissen beeinflusst unser Schmerzempfinden im Moment des Schmerzreizes.
Ich fragte nach dem konkreten Unterschied der Wahrnehmung, falls man davon ausgeht das Blumentiere bewusst sind, aber weniger bewusst als Hunde.

Parallel mit dem, was der Hund dem Blumentier an ausgeprägterem Nervensystem plus Gehirn voraus hat, leidet er auch psychisch stärker, als das Blumentier, wenn er physisch verletzt wird.
Definiere Leid nicht nur über physische Aspekte!

C.:
Ahja.
D.h. ein Mensch leidet auch mehr als ein Tier, weil er nicht nur den physischen und psychischen Schmerz während der Verletzung erfährt, sondern darüber hinaus noch lange Zeit über dieses schmerzhafte Ereignis nachdenken kann, und sich dabei sein Leid immer wieder vor Augen führt?

Nein. Auch nichtmenschliche Tiere können traumatisiert werden.
Aber ich denke, dass Menschen allein durch ihre Fähigkeit zum Selbstmitleid ihr Leid um einiges erhöhen...


Ende der Diskussion

***

Der cerebrale Cortex Besteht aus vier Lappen und Assoziationsfeldern, die zwischen den wichtigsten sensorischen und motorischen Feldern liegen und den Input aus diesen Feldern integrieren und verarbeiten.
• Okzipitallappen: Verarbeitung visueller Information.
• Temporallappen: Gedächtnis, visuelle Erkennung, Verarbeitung von Emotion und akustischer Information.
• Parietallappen: Räumliche Verarbeitung und Integration des sensorischen Inputs mit den im Gedächtnis gespeicherten Informationen.
• Frontallappen: Verhaltensorganisation, Planung. Steuerung.


Wir müssen den Tieren nicht nur in die Augen schauen, um zu erkennen, dass sie leiden, wir können dafür auch einfach unser Gehirn benutzen.
Natürlich sind auch Insekten leidfähig, doch sie sind es ganz offensichtlich in geringerem Maße, als höher entwickelte Tiere und deshalb sollte man sie nicht miteinander aufwiegen.
Instinktiv sind wir uns darüber im Klaren.
Wer bekommt Depressionen oder Schuldgefühle, wenn Ameisen den Weg kreuzen?
Wer bekommt einen Nervenzusammenbruch, wenn er massenhaft tote Mücken auf einer Windschutzscheibe sieht?
Und wer denkt beim Rasenmähen an ein "Massaker"?

Da Pflanzen noch weniger über oben genannte Merkmale verfügen, erübrigt sich insofern auch die ewig gestellte Frage nach dem Leid der Kohlköpfe.
Es gibt eine evolutionäre Abstufung der Leidensfähigkeit und an dieser müssen wir uns orientieren, wenn es darum geht, nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln.


Mit bestem Dank und Grüßen an C.,
Schlunz


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Freitag, 22. August 2008

"Wahnsinnige und Mörder"

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Ich berufe mich in meinem Blog oft auf Achim Stößer.
Der Text unter der Überschrift "Vegetarier sind Mörder" ist gut, treffend und unumstößlich..
Dennoch möchte ich mal klarstellen, wovon ich mich distanziere, was mich nervt und was meiner Meinung nach echt nicht sein muss.
"Antithesimus.de" und "Raucher sind Mörder" schießen sehr weit am Ziel vorbei...

Ich beginne mal mit "Raucher sind Mörder":
Auf dieser Seite kann man ne Menge darüber erfahren, was das Rauchen anrichtet und daran gibt es auch nichts zu rütteln. Es kann nicht sein, dass Kinder, Tiere und nicht rauchende Menschen den Auswirkungen des Tabakkonsums ausgesetzt werden.
Leider wird auf Herrn Stößers Seite lediglich angeprangert und verurteilt.
Er vergisst, dass er es mit mit Suchtkranken zu tun hat.
Wer das Buch "Endlich Nichtraucher" von Allen Carr gelesen hat, weiß, dass dieser Mann am Ende war, bevor er es endlich schaffte, mit dem Rauchen aufzuhören.
Sein Körper, seine Psyche, sein Selbstvertrauen... Ein elender Kettenraucher, dem nicht mal Hypnose half.
Er beschreibt sehr ausführlich, wie das Nervengift "Nikotin" auf Psyche und Physis wirkt und wie er nach unzähligen Versuchen endlich die Kurve kriegte.
Mittlerweile starb er an Lungenkrebs.
Sucht ist eine Krankheit. Würden Spielsüchtige ihren Mitmenschen schaden, so wäre es doch sinnlos, sie nur zu verurteilen und ihnen lediglich die Auswirkungen ihrer Sucht, statt Therapiemöglichkeiten zu zeigen.
Wer sich mit dem Thema Sucht befasst, sollte die psychische Individualität von Menschen berücksichtigen.
Die verschiedensten Suchtcharaktere erfordern Seminare, Kurse, Therapien mit Psychologen und Therapeuten.
Diese Menschen gehen auf die Drogis zu (und zu denen gehören auch Raucher), statt sie zu verschrecken.
Von einer Sucht loszukommen, ist nicht so leicht, wie auf Tierleidprodukte zu verzichten und wer nie einer Versuchung erlag, kann sich deshalb nicht über andere erheben.
Wer mal von irgendwas abhängig war, kommt jedenfalls nicht auf diese Idee.
Allenfalls ein CDU Politiker, auf den sich Herr S. unter Anderem beruft:
"Die Zigaretten, wie sie heute angeboten werden, sind gemeingefährliche Mordinstrumente." Karl-Heinz Florenz (CDU)
Damit wird Leuten wie Allen Carr wunderbar geholfen.
Genauso geistreich und pauschal, wie die Aussage von SPD-Senator Sarrazin, man könne sich von 4,25 Euro pro Tag "sehr gut und ausgewogen" ernähren...
Das hat er mit seiner Frau im Urlaub ausprobiert und in der Diskussionsrunde von Anne Will legte er zur Demonstration eine spartanische "Mahlzeit" mit billiger Wurst auf den Tisch.

Ähnlich hält es Herr Stößer mit dem gelebten "Antitheismus", der ihn dazu berechtigt, jeden Menschen, der an etwas glaubt, als "Wahnsinnigen", "Psychopathen", "Soziopathen", "potenziellen Bombenleger und Selbstmordattentäter", etc. zu beschimpfen.
Nicht Religion und Dogma werden in Frage gestellt (was bei all dem Leid, welches im Namen der Religion verübt wird, durchaus Sinn machen würde), sondern der Glaube an sich.
Und das nicht philosophisch, sondern anprangernd.
Dabei beruft sich Herr S. auf die Vernunft, ohne zu bemerken, wie unvernünftig es ist, alle Formen des Glaubens, seien sie metaphysisch, religiös oder durch das Interesse an extraterrestrischen Lebensformen motiviert, in einen Topf zu werfen.
Wer sagt, es gäbe nichts, wo andere etwas vermuten, lehnt sich sehr weit aus dem Fenster, solange er seine Behauptungen nicht beweisen kann.
Ich möchte nicht über den geistigen Zustand eines Menschen urteilen, der meint, von Wahnsinnigen und Mördern umgeben zu sein und über diese richten zu können, ich bin kein Psychologe, doch ich möchte mich hiermit ausdrücklich von Herrn Stößer und Maqi distanzieren.
Das kommt ihm sicher recht, denn nach seiner Aussage schade ich den Tierrechten allein durch den Umstand, ein Theist zu sein.
Somit ist Ethik Sache jener, die nicht glauben oder ihren Glauben verloren/abgelegt haben.
Der Rest der Menschheit besteht aus Verrückten, die ihren Wahnsinn planen und Menschen indoktrinieren. "Wir sind Borg!"
Naja... Wenn man nur in Analogien denkt, kommen viele Mörder zusammen... Alles Mörder...
Sicher, unter Mördern fühlt man sich nicht wohl und dann muss man was tun...
Aber gewisse Aspekte sind doch differenzierter zu sehen (siehe oben).
Ich komme weiterhin nicht auf die Idee, in tierrechtsrelevanten Medien und Foren theistische oder metaphysische Aspekte als Argument für Ethik einzubringen.
Das wäre unethisch.
Niemand hat das Recht, kausale Aspekte anderer Menschen und Tiere zu beurteilen.
Und ein "ethisches Verhalten" wegen persönlicher kausaler Aspekte wäre kein ethisches Verhalten.
Es wäre Egoismus.
Der Rest nennt sich Demokratie.
Jeder Mensch hat das Recht zu denken, zu fühlen und zu glauben, was er will und jeder Mensch hat das Recht, sich zu äußern.
Ich denke, vor dem demokratischen Denken steht die Toleranz.
Auch Demokratie und Toleranz gehören zur Ethik.
Man muss abwägen, statt zu verallgemeinern. Letzteres ist natürlich leicht, man schafft klare Fronten und hat immer ne Analogie auf Lager, doch ich muss sicher nicht betonen, wohin Verallgemeinerungen führen.

Und was ich glaube, ist meine Sache. ;o)

Insofern mit besonderer Empfehlung: Goethe

LG, Schlunz


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Freitag, 8. August 2008

Ich bin kein Tierfreund

Um jemanden nicht umzubringen, muss ich nicht sein Freund sein.

Freundschaft ist ein schweres Wort.
Freundschaft will geprüft sein.
Sie entsteht meist über viele Jahre, in denen sie von beiden Seiten durch Einsatz und Hingabe bestätigt wird, bis sie ihre Wertigkeit erhält.
Freundschaft beinhaltet Vertrauen und Offenheit.
Bis dahin reden wir von "Kumpels", von "Bekannten" oder "potenziellen Freunden".
Tun wir das nicht und bezeichnen jemanden als Freund, den wir gerade erst kennen gelernt haben, so nehmen wir diesem Individuum sein Mitspracherecht.
Vielleicht weiß dieser Jemand gar nicht, wie er uns einschätzen soll, ob man uns vertrauen kann und ob das Wort "Freundschaft" nicht nur eine leicht dahingesagte Floskel ist.
Vielleicht passt diesem Jemand unsere Einstellung nicht, ethisch, sozial, politisch, theistisch...
Deshalb sollte Freundschaft immer beiderseitig besiegelt werden.

Wir definieren Freundschaft über Loyalität, Einsatz, Verständnis und Hingabe, nicht über Smalltalk und Oberflächlichkeiten.
Insofern bringt mein Hund bis auf das tiefere Verständnis doch viele Eigenschaften mit, die eine Freundschaft bestätigen.
Auch, wenn ihm jegliche Definition egal ist, sage ich mal: "Wir sind Freunde".
Und nun? Nun stehe ich unter der Verantwortung, ihn nie zu verarschen, immer für ihn da zu sein, ihn nicht im Stich zu lassen...
Diese Verantwortung sieht er für sich selber nicht. Für ihn gibt es nur das hier und jetzt und keine Definition der Freundschaft, die sich über Verantwortung und Schuld definiert.
"Freundschaft" ist hier insofern ein wackeliger Begriff.
Der Eine weiß eventuell nicht, ob er sie immer aufrechterhalten kann, der Andere weiß nicht mal, was das ist.

Dennoch fühle ich Freundschaft für meinen Hund und genauso tue ich es mit Menschen.
Warum empfinde und teile ich dieses Gefühl?
Weil ich diese Individuen kenne und sie mich kennen.
Ich habe ihre Eigenschaften kennen gelernt und ich habe Positives mit ihnen Erlebt, das eine freundschaftliche Definition rechtfertigt.
Wie sieht es mit anderen Menschen aus?
Bin ich ein Freund von George W. Bush? Von Schäuble, Merkel, Steinmeier und Koch?
Wollen die meine Freunde sein?
Hmm... Waren nur ganz wenige Beispiele... Man kann zwischen Diktatoren und Massenmördern seiner Phantasie freien Lauf lassen oder sich einfach klar machen, wieviele Leute man nicht leiden kann.
Die Welt ist groß.

Bin ich ein Menschenfreund?
Bist Du ein Menschenfreund?

Was ist mit dem Hund der Nachbarn, der die ganze Familie im Griff hat und jeden Menschen im Haus anknurrt?
Ich gestehe mir zu, dass es auch nichtmenschliche Tiere gibt, die ich nicht leiden kann.
Da stimmt einfach die "Chemie" auf beiden Seiten nicht und das sollte man genauso akzeptieren, wie man es zwischenmenschlich tut.
Das spüren Mensch, Hund, Katze, Maus sehr schnell und sie gehen sich aus dem Weg.

Was ist mit dem Käfer, den ich aus Versehen platt trete?
Will der mein Freund sein?
Und was ist mit den Milliarden "Nutztieren", die sich für meine Spezies die Beine in den Bauch stehen, bis sie deputiert und hingerichtet werden?
Wollen die alle meine Freunde sein? Ich denke, die haben andere Probleme...

Bin ich ein Tierfreund?

Schon allein deshalb, weil ich sie nicht alle aus ihrer Hölle befreien kann, bin ich nicht ihr Freund.
Ich bin lediglich für jedes Individuum ein potenzieller Freund, der Rest ist Sache der äußeren Umstände und des freien Willens auf beiden Seiten.
Ansonsten ist "Freundschaft" nur eine Floskel...
Deshalb lehne ich die Verallgemeinerung "Tierfreund" ab.
Schnell dahingesagte schwere Worte, von Menschen abgenutzt, die Tag für Tag Tiere ausbeuten.




Schlunz





Dienstag, 15. April 2008

"Fanatismus"

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Veganer sind "fanatisch", besonders, wenn sie sich für Tierrechte einsetzen.
Sie sind "intolerant" oder sogar "faschistoid"...
Das hat wohl jeder Veganer schon mal gehört.
Oft sind es vermeintlich intelligente Menschen, die solchen Mist daherplappern.
Intelligenz indiziert sich hierbei über ihren akademischen Grad, ihren beruflichen Status, ihre Bildung und wenn jemand etwas sagt, was anderen als bequem erscheint, ist es völlig egal, ob es Schwachsinn ist, oder nicht.
Da muss man nicht hinterfragen, ob es Sinn macht...
Und wenn man es doch tut?
Dann kommt man über Analogien zu völlig anderen Schlüssen.

Was macht einen Pazifisten aus?
Was tut er? Oder besser: was tut er nicht?
Er unterlässt etwas, das Leid verursacht.
Er greift nicht zur Waffe, tötet keine Menschen, übt sich auch nicht darin und lehnt jegliche Gewalt gegen Menschen ab.
Das gilt für Krieg, Aufstände, Kundgebungen und Sonstiges...
Fakt: Ein Pazifist beteiligt sich nicht am allgemein geduldeten und praktizierten Foltern und Ermorden menschlicher Tierpersonen.

Und was macht einen Veganer aus?
Was tut er? Oder besser: was tut er nicht?
Er unterlässt etwas, das Leid verursacht.
Und zwar so weit es ihm möglich ist, in allen Bereichen seines Lebens.
Das gilt für Nahrung, Kleidung, Körperpflege, Haushalt und Sonstiges...
Fakt: Ein Veganer beteiligt sich nicht am allgemein geduldeten und praktizierten Ausbeuten und Ermorden nichtmenschlicher Tierpersonen.

Ich frage nun jene, die Veganern Fanatismus und Faschismus unterstellen, ob dies auch auf Pazifisten zu übertragen wäre.
Gibt es fanatische und faschistoide Friedfertigkeit?
Kann ein Pazifist mit Sendungsbewusstsein (make love, not war!) fanatisch sein?
Ist seine Intoleranz gegenüber Mord und Todschlag verwerflich?
Gibt es Toleranzgrenzen für Krieg und Völkermord?

Wenn es um Menschen geht, sicher nicht. Da sind sich alle einig.
Das andere, was die Veganer beanstanden und boykottieren, das betrifft aber "nur" Tiere.
Und diese nichtmenschlichen Tiere sind Privatbesitz, sind herrschaftlich untergeordnete Ware und Freiwild.
Der Mensch hat sie durch Abgrenzung seiner eigenen Spezies dazu deklariert und insofern ist die Kritik am Speziesismus sicherlich etwas, das man in einer speziesistischen Gesellschaft als Intolereranz bezeichnen kann.
Doch man kann ganz bestimmt nicht den Begriff des Faschismus einwerfen, denn es geht einem bewusst ethisch handelnden Menschen, ob Pazifist oder Antispeziesist wohl kaum darum, sich von der mordenden Masse in arroganter Weise abzuheben.
Dazu müssten Veganer ein elitäres Bewusstsein haben, das den Umstand beinhaltet, eine kleine Gruppe bleiben zu wollen.
Wäre dem so, würden sie sicherlich nicht versuchen, ihre Mitmenschen vom ethischen Weg zu überzeugen.
Und auch der Fanatismus kann nicht zutreffend sein, so wahr er eben auch nicht auf den Pazifismus anwendbar ist.

Bleibt noch der Vorwurf des "Extremismus".
Es ist für viele unaufgeklärte Menschen extrem, wenn jemand gänzlich auf Tierleid verzichtet.
Sie wissen nichts von der breiten und immer größer werdenden Produkt- und Rezeptpalette veganen Genusses, sie haben absolut keinen Plan von sinnvoller Ernährung und alternativer Kosmetik, sowie Kleidung.
Bis auf einen jämmerlichen Haufen namens "Antiveganer" klammert sich aber kaum jemand verzweifelt an Lügen und so ist Aufklärung in dieser Gesellschaft das A und O.

Und so möchte ich alle Veganer bitten, diese Aufklärung auch zu betreiben, selbst WENN man ihnen erst mal Fanatismus, Extremismus und anderen Mist an den Kopf knallt, denn Ethik ist genauso wenig Privatsache, wie Tierleid und wenn Ethik zu einer Weltsprache werden soll, müssen wir alle den Mund auf machen.
Was soll denn daran extrem sein, wenn jemand in allen ihm möglichen Bereichen auf Tierleid verzichtet, wenn es doch so einfach ist?
Sollte es gute Argumente für Speziesismus und Massenmord an nichtmenschlichen Tieren geben, so müssten wir sie akzeptieren, doch es gibt sie ja nicht.
Das betrifft sowohl das Nahrungsungleichgewicht, die Gesundheit, als auch den global ökologischen Aspekt und die Ethik ganz allgemein.
Wenn Veganer doch die besseren Argumente haben, kann es nicht sein, dass sie sich durch dummes Dahergeplapper über Fanatismus, Extremismus und Faschismus auf die Zunge beißen und schweigen, wie ich es immer wieder erlebe.

Solange nichtmenschliche Tiere für diese Gesellschaft leiden, sind wir ihnen weit mehr schuldig, als auf ihr Leid zu verzichten.
Es kann nicht ausreichen, Tierleid zu boykottieren und sich dann unter Omnivoren und Vegetariern zu schämen, sich in sich zurückzuziehen und Konfrontationen aus dem Weg zu gehen, nur weil der in diesem Artikel erwähnte Unsinn mit hoher Wahrscheinlichkeit als Selbstschutz-Argument von Speziesisten aus der Reserve geholt wird.
Wer vegan lebt, sollte dies auch nach außen tragen, mit Selbstbewusstsein, Sendungsbewusstsein und Stolz.

Also: Nicht dumm daher reden, was einem als bequem erscheint und nicht alles unkommentiert im Raum stehen lassen, was andere sagen. ;o)

Schlunz


***



Donnerstag, 20. März 2008

Spiritualität versus Ethik

***
Tag für Tag lese ich in Foren und Magazinen Beiträge, die Ethik und Spiritualität, bzw. Esoterik miteinander vermischen. Leserbriefe im Magazin des VEBU haben das schon vor Jahren angeprangert.
Nicht nur religiöse Aspekte wie Karma werden thematisiert, sondern neuerdings auch der Aspekt, dass Tierkommunikatoren (Telepathen) aus erster Hand (also von ausgebeuteten Tieren) Informationen erhalten, die als Rechtfertigung für praktizierten Speziesismus gelten.
Man weiß angeblich von nichtmenschlichen Todeskandidaten, dass jene es okay finden, wenn Menschen sie züchten, umbringen und verspeisen.
Es ist schwer zu sagen, wie viele Leute darin einen Freibrief für ihren Speziesismus sehen und somit ist völlig klar, dass diese Aussagen für Tierrechte nur kontraproduktiv sein können.
Dasselbe gilt für religiöses Karmageschwafel.
Es sollte doch völlig irrelevant sein, ob der Mensch durch seinen Speziesismus negative oder positive Energien erntet, denn im Fokus stehen in erster Linie jene nichtmenschlichen Tiere, die leiden und ermordet werden. Ihnen geht unser Karma am Allerwertesten vorbei.
Sich aufgrund einer persönlichen Kausalität ethisch korrekt zu verhalten, bedeutet Egoismus und Egoismus beißt sich mit den Zielen spiritueller Wege.
Somit sollte Ethik als solche argumentativ völlig ausreichen, sich ethisch zu verhalten.
Es bringt absolut gar nichts, seinen Glauben, seine Religion oder seine konfessionslose Spiritualität mit ethischen Aspekten zu vermischen.
Jede Religion hat ihre für mittelalterliche Zeiten geltenden Gesetze, ihren absoluten Unsinn und ihre Dogmen, die sich mit anderen Religionen beißen.
Wie soll man also über Religion einen weltweiten ethischen Nenner finden?
Das einzige, was man auf diesem Wege findet, ist Verwirrung.
Und deshalb ist es wichtig, allen Menschen, die Ethik und persönliche Spiritualität miteinander verpanschen, laut und energisch zu widersprechen, egal ob es sich um Christen, Hindus, UL-Anhänger oder Tierkommunikatoren handelt.
Es reicht doch, dass der Großteil dieser Gesellschaft zu blöd ist, sich autark vegan zu ernähren, zu blöd ist zu kochen, weil wir das in Zeiten der Fertiggerichte und des Fastfoods in Rekordzeit verlernt haben.
Es reicht doch, dass der Großteil dieser Gesellschaft unter veganen Schuhen nichts anderes versteht, als Gummistiefel.
Da brauchen wir keine weiteren Wirrungen.
Wir brauchen keine Diskussionen um die Fragen, ob Urchristen Veganer waren, ob Jesus ein Veganer war, ob Hinduismus ethisch korrekt ist (ist er nicht) und ob Schweine lachend in die Kreissäge springen wollen.
Wenn Ethik zu einer Weltsprache werden soll, muss die Religion draußen bleiben, denn Religion hat es noch nie geschafft, sich auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.
Dasselbe gilt für Tierkommunikation, die immer einen Aspekt individueller Deutung darstellen wird.
Und so schließe ich diesen Artikel mit einem beliebten Koan (Sinnfreie Philosophie des ZEN):

Was ist Mu?



LG, Schlunz

***



Dienstag, 12. Februar 2008

"Veredelung"

***
Seit Jahren höre ich von antiveganen Skeptikern dasselbe Argument:
"Wenn alle Menschen dieser Gesellschaft vegan leben würden, würde sich für die Dritte Welt nichts verändern... Es gibt genügend Ressourcen, sie werden nur ungleich verteilt, um politischen Druck auszuüben."
Und seit Jahren kursieren schwankende Zahlen über die Mengen von Soja und Getreide, welche zu Fleisch, Milch und Eiern "veredelt" werden.
Allein der Umstand, dass sich Welthungerorganisationen, Umweltschützer und Institute nicht auf einen Nenner einigen, reicht für Skeptiker, das Problem zu negieren.
Nun hat sich aber auch in der europäischen Union herumgesprochen, was bisher angeblich nur als haltlose Propaganda von Veganern abgetan wurde und die Stuttgarter Zeitung hat sich des Themas angenommen:
...In wenigen Jahren hat sich das Blatt der europäischen Agrarpolitik völlig gewendet. Während bis vor kurzem das wichtigste Ziel noch darin bestand, die Produktion zu drosseln und der stagnierenden Nachfrage anzupassen, beginnt man sich jetzt in Brüssel über die drohende Knappheit der Agrarrohstoffe Sorgen zu machen. Die Butterberge und Milchseen, die unverkäuflichen Rinderhälften in den Kühlhäusern und die Getreideüberschüsse gehören der Vergangenheit an.

Die Lagerhäuser sind inzwischen leer, die Vorräte geschrumpft. Die Getreide- und Milchpreise auf dem Weltmarkt sind auf ungewohnte Höhen geklettert. "Wir machen uns angesichts der großen Schwankungen bei den Ernten inzwischen wieder Sorgen um die Eigenversorgung in Europa. Die Versorgungssicherheit steht wieder ganz oben auf der Agenda", heißt es in Brüssel. Der unerwartete Wechsel von Überschuss zu Knappheit wurde allerdings weniger durch die von den EU-Agrarreformen verordneten Flächenstilllegungen und Produktionsquoten verursacht, sondern vor allem durch äußere Faktoren: Die Nachfrage nach Lebensmitteln in Schwellenländern wie Indien und China ist gestiegen. Ein neuer Mittelstand kommt zu Geld und kann sich teurere Lebensmittel leisten. Der Kalorienbedarf wächst, die Konsumgewohnheiten verändern sich.

Anstatt sich mit der traditionellen Schale Reis zufriedenzugeben, wenden sich die Gewinner der Globalisierung in Asien so ungewohnten Genussmitteln wie Milch, Käse oder Whisky zu. Mehr und mehr werden "veredelte" Lebensmittel nachgefragt: anstatt Getreide Fleisch von Rindern, die mit Getreide gefüttert werden, Eier von Hühnern, die mit Körnern gemästet werden. Da für ein Kilo Fleisch bis zu vier Kilo Getreide verfüttert werden müssen, steigt der Bedarf an dem landwirtschaftlichen Rohstoff Getreide - und kann weltweit wegen schlechter Ernten nicht mehr befriedigt werden.

Wie reagiert Brüssel, wo alle Fäden der gemeinsamen EU-Agrarpolitik zusammenlaufen, auf die veränderte Situation? Ende September haben die EU-Agrarminister auf Vorschlag der EU-Kommission die Bauern von der Verpflichtung zur Flächenstilllegung freigestellt. Doch im besten Fall kann dadurch die Getreideproduktion in der EU im nächsten Jahr um rund zehn bis 17 Millionen Tonnen erhöht werden. Schon im vergangenen Jahr ist aber die Ernte um 266 Millionen Tonnen schlechter ausgefallen als erwartet. Die Erträge in diesem Jahr sind angesichts der ungewöhnlichen Trockenperiode im Frühjahr noch einmal um 20 Prozent gesunken...

http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/1544936

Fazit:
Wenn wir alle vegan leben, ändert das sehr viel, denn ohne Veredelung von Getreide gibt es auch keine Preisdifferenzen, durch welche politisch Druck ausgeübt wird. Dann ist Getreide Getreide und es wird nicht in "Viehfutter" für reiche Länder, "Viehfutter" für arme Länder und sonstiges Getreide unterschieden.
WIR bestimmen durch unser Verhalten den Markt und damit die Marktwirtschaft. WIR haben es zu verantworten, wenn aus Tonnen von Getreide ein paar Kilo Fleisch und ein paar Liter Milch gewonnen werden.
Getreide, das aus Flüssen gespeist wird, die zunehmend versanden.
WIR steuern den Wasserhaushalt und die Armut dieses Planeten.
Die Mittel dazu geben wir jenen, denen wir die Schuld in die Schuhe schieben.
Das ist billig und ignorant.

Im Prinzip müsste mein Sticker schon auf jedem unveganen Produkt kleben...


Die Motivation, vegan zu leben sollte in erster Linie ethischer Natur sein, da es unnötig und barbarisch ist, nichtmenschliche Tiere auszubeuten, doch auch das Nahrungsungleichgewicht läuft unter einem ethischen Kontext.
Was nützt es, Müll zu trennen, Strom zu sparen, mit der Bahn, bzw. dem Fahrrad zu fahren und sich anderweitig zu engagieren, wenn man mit ein paar Gramm Fleisch, ein paar Litern Milch und ein paar Eiern einen so immensen Schaden verursacht?
Tierleid, Umweltverschmutzung und Nahrungsungleichgewicht gekoppelt mit ungesunden Fetten und Cholesterin…

Naja... Bis die EU-Agrarminister Nägel mit Köpfen machen, werden wohl noch viele Trockenperioden für lange Gesichter sorgen und wenn sie jemals Konsequenzen einleiten, sind diese sicher nicht veganer Natur...



Schlunz


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Donnerstag, 27. Dezember 2007

Unsinn und vegane Mythen

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"Für Deine Sojawürstchen werden Regenwälder abgeholzt, das stellt Dich mit uns Fleischessern auf eine Stufe!"
Musste ich mir neulich anhören, als ich gerade den Mund voll (Sojawürstchen mit Senf im Brötchen) hatte.
Hab mich verschluckt, wär fast erstickt, das läuft wohl unter Mordversuch...
Machen "die" gern, wenn ich den Mund voll hab und wenn der Mordversuch misslingt und ich mit leerem Mund zum Konter ansetze, sind sie weg oder wechseln dreist das Thema.
Sind aber nicht alle so... ;o)

Leider kommen viele Klischees weit über das Verfallsdatum.

"Tierliches Eiweiß ist wichtig für Kraft und Muskeln."
Falsch! Die Aminosäuren tierlicher Herkunft bringen dem Menschen keinen Vorteil im Vergleich zu veganen. Weder lebt der Mensch durch sie gesünder, noch baut er mit ihnen besser  Muskeln und Hirnmasse auf.
Der vegane Arzt und Bodybuilding-Weltmeister Alexander Dargatz hat dies genauso eindrucksvoll bewiesen, wie Dave Scott (sechsfacher Iron Man) und "Strongman" Patrik Baboumian.

Dasselbe gilt für vegane Öle, Fette und Fettsäuren.

"Tofu ist wabbelig"
Ich glaube, wer Tofu kocht, stellt auch Konservendosen in die Mikrowelle und wirft Nudeln in kaltes Wasser. Das macht sicher kein Mensch...
Wie kommen die Leute also auf den Trichter, Tofu sei wabbelig?
Sie haben es im China-Restaurant oder beim Asia-Imbiss probiert.
Chinesen marinieren Tofu in Soja-Sauße. Diese enthält Enzyme, welche die Aminosäuren denaturieren, sprich: sie spalten Eiweißketten.
So macht man auch Fleisch "zart", Tofu wird dadurch in seiner Konsistenz schwammig und krümelig.
Beim Erhitzen, egal ob im Wok oder in der Pfanne, können die Eiweißketten keine feste Struktur bilden.
Unmariniert wird Tofu leicht zäh bis knusprig, je nach dem wie lange und scharf man ihn anbrät.
Tofu in dünnen Scheiben oder in kleinen Würfeln, scharf angebraten, gut gewürzt und knusprig-braun ... kann nicht wabbelig sein. Es ist Eiweiß und somit reagiert es in der Pfanne genauso, wie das Eiweiß in Fleisch oder Eiern, entwickelt fast identische Brat-Röst- und Räucheraromen.. Selbiges gilt für Seitan (Weizen-Eiweiß).

"Tofu wirkt auf den Östrogenhaushalt des Körpers!"
Soll wohl so sein. Allerdings muss man dann wohl täglich Unmengen von Tofu essen, sowahr ich keine Verweiblichung bei mir bekannten Veganern feststellen kann.
Wenn der Mensch 2-3 Mal in der Woche Tofu isst und an anderen Tagen Weizeneiweißprodukte (Seitan), Lupineneiweiß oder Hülsenfrüchte konsumiert, bleibt die hormonelle Wirkung von Tofu in jedem Fall aus. ;o)

"Ohne Fleisch, Eier und Milch bekommst Du B12-Mangel und infolge dessen Anämie."
Blutbilder, die einen latenten Mangel beinhalten, sind kontraproduktiv, aber was mir mein Arzt in die Hand drückte, find ich richtig gut. ;o)
B12 auf 700 pg/ml (unterster Grenzbereich 200-300) nach sechs Jahren konsequentem Veganismus...
Scheinbar reicht mir der regelmäßige Genuss von Sojamilch und anderen Produkten mit B12.
Eisen steht bei mir auf 155 µg/dl, Calzium auf 2,34 mmol/l, Cholesterin auf 166 mg/dl, und alles andere ist auch voll im Lot.
Ich habe noch nie etwas extra supplementiert und ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass sich kein Mensch ein Beispiel an meiner Supplementierfaulheit nehmen soll, denn jeder Mensch ist physisch anders konditioniert, aber ich möchte hiermit auch zeigen, dass eine ausgewogene vegane Ernährung kein Problem darstellt.
B-12 wird mittlerweile fast überall untergemischt, frag mich nicht, warum, man kommt kaum dran vorbei.
Nachtrag: 12 Jahre vegan und um genau so viel werd ich immer wieder jünger geschätzt...
Könnte Bäume ausreißen, wenn ich sie nicht so mögen würde...
Die vielen Veganer, die ich kenne, sind ähnlich unterwegs und nirgendwo B-12-Mangel...

"Ich steh nicht an der Spitze der Nahrungskette, um Salat zu essen."
Dazu ein simpler Cartoon:




"Wenn ich das nicht kaufe, kauft es ein anderer"...
Wenn da was dran wär, gäbe es sicher nicht so viel Gammelfleisch im Handel... ;o))

"Wenn alle Menschen vegan leben würden, gäbe es nicht genug Platz, um die pflanzliche Nahrung anzubauen."
Über die Hälfte des weltweit angebauten Soja und Getreides landet in den Mägen der "Nutztiere" und wird somit zu Fleisch, Milch und Eiern "veredelt", hinzu kommt Biosprit (während die Dritte Welt hungert). Es gibt also mehr Platz, als benötigt.

"Wenn alle Menschen dieser Gesellschaft vegan leben würden, würde sich für die Dritte Welt nichts verändern..."
Das mag sein, denn der Welthunger hat im Angesicht von Biosprit und Mais-Füllmaterialien andere Gründe. Der Wegfall der "Veredelung" von Getreide und Soja könnte allerdings die Preisdifferenzen relativieren, durch welche politisch Druck ausgeübt wird. Dann wäre Getreide Getreide und es würde nicht in "Viehfutter" für reiche Länder, "Viehfutter" für arme Länder und "sonstiges Getreide" unterschieden.
WIR bestimmen durch unser Verhalten den Markt und damit die Marktwirtschaft. WIR haben es zu verantwoten, wenn aus Tonnen von Getreide ein paar Kilo Fleisch und ein paar Liter Milch gewonnen werden. Es ist in jedem Fall dekadent!
Getreide, das aus Flüssen gespeist wird, die zunehmend versanden, Soja aus Regenwäldern...
WIR steuern den Wasserhaushalt und die Armut dieses Planeten.

"Veganer wollen, dass die Nutztiere aussterben!"
Wäre das wirklich so schlimm?

"Konsequent vegan zu leben, ist nicht zu 100% realisierbar und deshalb lasse ich es einfach sein."
Ja, es ist nicht zu 100% realisierbar. Medikamente, Kreuzkontamination, irgedwas is ja immer...
Interessanter Weise bringen es Menschen sehr selten auf 100% und dennoch rappeln sie sich auf, ziehen Dinge durch...
Unethisches zu unterlassen, ist gar nicht so schwer und: Der VEG ist das Ziel! ;o)

LG, Schlunz

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Donnerstag, 29. November 2007

Ethisches Durcheinander...

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Na? Hast Du diesen Comic nicht verstanden?
Wer sind diese Leute, was sind Antiveganer und warum ist das alles so wirr?
Beleuchten wir mal den antiveganen Aspekt...

Das antivegane Fundament ist wie folgt aufgebaut:

Das Leid von Tieren ist zumutbar, solange es nicht messbar ist.
Klimaveränderung durch "Nutztierhaltung" wird stark übertrieben (als wäre es nicht notwendig, jede einzelne Ursache für den Klimawandel zu unterbinden, egal wie groß oder klein sie ist).
Die Abholzung der Regenwälder für Rinderweiden wird auch übertrieben dargestellt (es gibt sicher ein errechnetes Mindestmaß an Zumutbarem) und da man in Deutschland wohnt, hat das auch gar nichts mit uns zu tun.
Das Nahrungsungleichgewicht ist irrelevant, da der Welthunger auch durch politische Maßnahmen überwunden werden kann (was bedeutet, die "Nutztiere bekommen genauso viel Nahrung, wie vorher, es gibt auch genügend Brot für die Erste und Zweite Welt, und das, was die Dritte Welt benötigt, zaubert David Copperfield aus seinem Hemdsärmel).
Der gesundheitliche Aspekt ist ebenfalls irrelevant, da die Eltern des kleinen Dominik ihm nur Sojamilch gaben und er deshalb verhungerte.
Ansonsten stützt man sich auf "Fakten" der CMA (und das ist leider wirklich so *g*) und probiert, diesen Umstand dadurch, dass man ihn immer wieder ironisch betont, zu beschwichtigen.
Hier und da taucht man auf, labert Müll und dann wieder schnell zurück ins AV-Forum zum dämlich rumkichern...
Wo sich Ärzte, Klimaforscher und Welternährungsexperten einig sind, steht man aussen vor und gibt Kontra, weil man nicht bereit ist, Etwas zu vermeiden.
Charakterschwäche, die durch die primitive Sprache, der man sich untereinander bedient, unterstrichen wird und im Antiveganismus ihre projizierte Rechtfertigung findet.

Was soll man damit anfangen? Taugt nix...

Dann gibt es noch diverse "Veganer" und "Tierrechtler", die meinen, wer ein Auto fährt, einen Computer benutzt und Strom verbraucht, sollte sich aufgrund dieser Inkonsequenz gar nicht erst für Tierrechte einsetzen.

Wenn sich ein Tierrechtler mit Klopapier (egal, ob gebleicht, oder ungebleicht) den Arsch abwischt, dann hat er zu schweigen und sich nicht weiter für Tierrechte einzusetzen.
Klopapier wird aus Holz hergestellt und beim Fällen eines Baumes werden viele kleine Tiere erschlagen. Nicht mal recycletes Klopapier wäre akzeptabel, weil inkonsequent.
Ganz allgemein dürfen Tierrechtler nichts benutzen oder besitzen, was aus Holz ist.
Da auch der Baumwollpflücker über das Feld geht und Insekten zertritt, darf kein Tierrechtler Jeans und Baumwollhemden tragen.
Synthetik geht auch nicht, da die Herstellung über Rohöl die Umwelt belastet.
Plastik, Elektrizität, Kupfer gehen gar nicht und somit fallen alle elektrischen Geräte außer Betracht.
Insofern darf ein Tierrechtler auch keine U-Bahn oder andere öffentliche Verkehrsmittel benutzen.
Wenn der Tierrechtler auf dem Land lebt (in seinem holz-plastik-kupfer-und elektrizitätsfreien Haus), muss er zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren, wenn er etwas zu besorgen hat. Konsequenter wäre es, zu schweben, aber das fällt sogar "Vegan-Gurus" schwer.
Wenn er alle diese Kriterien erfüllt, darf er sich Tierrechtler nennen? Nein.
Denn für sein Getreide, sein Obst, sein Gemüse, seine Hülsenfrüchte starben Kleinstlebewesen, wurden Mäuse zerquetscht und Spinnen überfahren...
Er muss seine Nahrung selbst anbauen (schwebend), ohne in irgendeiner Weise die Umwelt zu belasten.
Jetzt kann er sich Tierrechtler nennen.
Da er sich weder gängiger Medien, noch herkömmlicher wie bedrucktem Papier bedienen darf, muss er die Message direkt unters Volk bringen (halbnackt mit einem Lendenschurz aus Blättern). Es wird ihm natürlich schwer fallen, auf Fakten zu verweisen, da er ja weder Computer, noch Printmedien zur Recherche benutzen darf, aber das macht auch nichts, da er mangels Kleidung eh entweder in der Irrenanstalt landet, oder erfriert...
Da kein Tierrechtler diese Kriterien auch nur ansatzweise erfüllt, haben wir es hier mit einem Haufen Heuchlern zu tun, die gefälligst schweigen sollten.
Niemand, der das oben genannte nicht vermeidet, hat sich für Tierrechte und Veganismus einzusetzen (egal, ob da irgendwelche nichtmenschlichen Tiere ausgebeutet werden und die Weltklimakatastrophe dadurch forciert wird).
Und der Hinweis auf die Klimakatastrophe und den Welthunger ist insofern irrelevant, da ein Baum auch nicht sofort aufhört zu brennen, wenn man den Flammenwerfer abschaltet (diese naiven Tierrechtler).

Dass das alles Quatsch ist, leuchtet doch eigentlich ein, oder?
Nee... Irgendwie leuchtet das nicht Jedem ein.
Die Zukunft wird zeigen, ob es noch dümmer geht...

LG, Schlunz

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Sonntag, 4. November 2007

Vegetarier sind Mörder???

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Seit dem der Text mit der Überschrift "Vegetarier sind Mörder" von Maqi propagiert wird, protestieren Vegetarier mit der Begründung, allein die Überschrift sei beleidigend und würde lediglich dazu führen, dass man innerlich dicht macht und vom Veganismus abgeschreckt wird.
Insofern sei die Aussage kontraproduktiv und das wird sogar von etlichen "Tierrechtlern" betont.

Es gibt da einen Denkfehler, der sich scheinbar wie ein Virus von Hirn zu Hirn schlängelt:
Wenn ich sage, NPDler sind Nazis (man möge mir die Analogie verzeihen), dann hat der NPD-Wähler mehrere Optionen.
Entweder er ist beleidigt, macht zu und wählt weiterhin die NPD, ohne darüber nachzudenken, warum ich ihn als Nazi bezeichne, oder er reflektiert und orientiert sich um.
Das leuchtet sicher Jedem ein. Niemand, der sein Gehirn benutzt, würde mir davon abraten, NPDler als Nazis zu bezeichnen, weil diese eh schon so ein schlechtes Bild von Antifa-Aktivisten haben und sich nach dieser Aussage erstrecht nach rechts orientieren könnten.
Insofern hat der Speziesismus gegenüber dem Faschismus eine gesonderte Position in dieser Gesellschaft.
Er ist gesellschaftsfähig und darf nur ganz sanft in Frage gestellt werden.
Das begründet sich darin, dass es sich ja "nur um Tiere handelt", die lediglich "getötet", aber nicht "ermordet" werden können.
Tierrechtler, die diese sanfte Vorgehensweise propagieren, das Wort "Mörder" relativieren und als kontraproduktiv bezeichnen, müssen sich fragen, wie wenig Ethik und wie viel Speziesismus in ihren Köpfen steckt.


"Vegetarier sind Mörder" soll Vegetariern zeigen, dass es keinen Grund und keine Entschuldigung dafür gibt, auf der Brücke stehen zu bleiben, dort zu verweilen, sich Zeit zu lassen... Es soll ihnen zeigen, dass es ihren Opfern egal ist, dass es Menschen gibt, die kein Fleisch essen.
Keine Leichen zu essen, aber dennoch Tiere auszubeuten und deren qualvolles Leben samt Mord zu verantworten, ist halbherzig und inkonsequent.
Insofern unterscheiden sich Vegetarier nur wenig von Omnivoren, die ebenfalls Tierleid verantworten.
Das offenbart ein simpler Vergleich:
Auf der linken Seite haben wir einen Vegetarier, der seinen Kühlschrank jede Woche mit unveganen Produkten voll stopft und auf der rechten Seite haben wir einen Omnivoren, der die ganze Woche über Salat isst und sich lediglich Samstags ein fettes Steak in die Pfanne haut.
Wer hat mehr Tierleid zu verantworten? Wer verhält sich "besser"? Der, der schon die Brücke betreten hat, oder der, der sie noch nicht mal entdeckt hat?
"Aber warum kritisiert ihr uns Vegetarier, statt lediglich die Fleischesser, die ja nicht mal angefangen haben, über Ethik nachzudenken?"
Genau deshalb. Weil Ihr schon angefangen habt und nur noch einen Schubs braucht.
Ihr könnt Euch weiterhin blöd stellen (siehe NPD-Vergleich) oder Ihr macht Nägel mit Köpfen.
Solange Ihr das selbst verantwortete Tierleid in Euren Köpfen verdrängt und die Alternativen ignoriert, solltet Ihr mit Kritik leben können und Euch keinen Kopf um Jene machen, die sich von der Kritik an Euch abgeschreckt fühlen.
Letztere suchen eh nur selektiv nach allem, was ihre Vorurteile bestätigt, damit sie sich bequem und "mit reinem Gewissen" in ihre Tierausbeuter-Ecke zurückziehen können.
Fragt Euch Folgendes:
Haben diese Menschen einen Stellenwert, aufgrund dessen man Tierrechtsarbeit ihrem Weltbild anpassen sollte?
Wären sie innerlich bereit für Ethik, würden sie sich auch mit dem Text unter dem Titel "Vegetarier sind Mörder" objektiv auseinandersetzen, statt sich unter Vorwand von Klischees von dem Titel abschrecken zu lassen.
Insofern gibt es nichts zu relativieren, zu beschönigen und es gibt auch keine Vegetarier, die von Veganern unterstützt, statt kritisiert werden sollten.
Mörder sind Mörder, egal, ob sie keine Leichen essen, sich für den Artenschutz engagieren oder in die Dritte Welt spenden.
Wer nicht als Mörder bezeichnet werden will, sollte sich fragen, ob es dann nicht sinnvoll wäre, das Morden einzustellen, statt beleidigt zu sein. ;o)

LG, Schlunz


P.S.:
(Wer jetzt immer noch ein Problem damit hat, als Mörder tituliert zu werden, da er ja "nicht direkt" vom Tod seiner Opfer profitiert, darf das Wort gerne gegen "Tierquäler" austauschen)



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