Donnerstag, 12. Juli 2007

"Eine unbequeme Wahrheit"

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Ein bekanntes, "smartes" Miniauto wirbt jetzt im TV mit den Fragen:

"Ist Größe das Maß aller Dinge?
Muss man viel Raum haben, um sich sicher zu fühlen?
Muss man zwei Liter Benzin verbrauchen, um einen Liter Milch zu holen?
Wir machen uns Gedanken, weil wir uns verantwortlich fühlen!"

Für einen Liter Milch verbraucht man zumindest sehr viele Liter Wasser...
Dennoch zeigt sich hier, wie gut sich der "bewusste" Umgang mit der Natur inzwischen verkauft.
Galileo, die Wissens-Show auf Pro7, hat jetzt die Aktion "Mit Galileo das Klima retten" gestartet. Auf Galileo sieht man regelmäßig, wie Tiere zerlegt und verwurstet werden...
Für 100 Gramm Rindfleisch verschwendet man laut Worldwatch-Institute 7000 Liter Wasser und Moderatorin Charlotte Engelhard behauptet im Werbespot für diese "Klimakampagne", ihre Pflanzen nur noch mit Regenwasser zu gießen.
Der Sender arbeitet oft mit Mac Donalds zusammen und demnächst könnte wohl auch dieser Konzern eine "Klimakampagne" starten.
"Burger fürs Klima!"
Das ist natürlich Quatsch, denn dazu müssten sie neue Rinder züchten, die gar kein Wasser verbrauchen, nichts fressen, reinen Sauerstoff furzen und Umwelt fördernde Fäkalien ausscheiden.

Welche Macht hat der Tierleidfraß auf den unkritischen Verbraucher, dass sich die Massen jeden Tag aufs neue selbst verschaukeln und von den Medien verschaukeln lassen, während dieser Planet den Bach runter geht?
Diese "Kampagnen" wie "Live Earth" und "Aufklärungsfilme" wie Al Gores "eine unbequeme Wahrheit" haben einen Mordsabsatz bei "umweltbewussten Leichenfressern".
Komischerweise kommt nicht mal Al Gore auf den Trichter, dass konsequenter Veganismus und Klimaschutz untrennbar zusammenhängen.
Auch für ihn gibt es eine "unbequeme Wahrheit", die er verdrängt.
Sich die eine Sache immer mehr bewusst zu machen und die andere jeden Tag aufs Neue auszuklammern, sollte doch eigentlich eine Kunst sein, doch es fällt den meisten menschlichen Tieren offenbar sehr leicht.
"Man kann Fleisch essen und trotzdem ein Tierfreund sein..."
"Man kann kaputte Autobatterien in Flüsse werfen und sich dennoch umweltbewusst verhalten..."
Man kauft Fleisch, Milch, Eier, in denen Unmengen an Ressourcen und Emissionen stecken und dann rettet man wieder ein Bisschen das Klima...
Naja... Man hat ja auch vor langer Zeit gelernt, das Tierleid zu verdrängen und jegliche Ethik als Utopie abzutun, da kann man den Unsinn zwischen Energie, Aufwand, Schaden und Effizienz in Tierleidprodukten gleich mitverdrängen.
Und wenn man sich dann ansonsten umweltbewusst verhält, fühlt man sich trotzdem irgendwie gut...
Ich glaube, die Leute meinen das ernst.
Ja. Sie meinen das wirklich ernst... ;o)

Konzerne, Sender und Veranstalter von Kampagnen meinen es auch ernst.
Sie meinen es ernst mit Massenverblödung, Macht und Kommerz.
Tim Mälzer zerstückelt Leichen auf VOX, Pro7 "rettet" das Klima, finanziert durch Müller Milchreis und Mc Donalds-Werbung, "Live Earth" lässt Madonna auftreten, die gern Pelze trägt und noch bis vor Kurzem passionierte Jägerin war...
Statt konsequenter Ethik und verknüpfendem Denken, nur Doppelmoral.
Die Entwicklung geht wohl in Richtung "umweltfreundliche Panzer" und "klimaverträgliche Atomwaffen"...
Da man mit Massenverblödung, Macht und Kommerz kein Klima retten kann, wird die unvegane Masse menschlicher Tiere, im Rahmen eines weltweiten Holocaust, weiterhin Wasser verschwenden und für die Produktion von Co2 und Methan, sowie für die Abholzung der Regenwälder sorgen.
Jeder, der den Speziesismus und sein speziesistisches Verhalten in dieser Gesellschaft rechtfertigt, redet Müll und die meisten wissen das im Prinzip auch.
Doch als Mitläufer, ohne Rückrat, machen sie sich was vor, denn zum vegan werden gehört Selbstkritik und zu der scheint leider kaum jemand fähig zu sein.
Solange die Masse sich nicht selbst kritisiert und ihr Verhalten ändert, wird sie auch die Medien und die Macher nicht kritisieren, welche weiterhin die Wahrheit verschweigen, oder so bequem wie möglich gestalten.
Solange wird es auch Konzerte fürs Klima geben, die nichts vermitteln und es wird schön beim Duschen und Baden gespart, damit man tausende Liter Wasser, die im Tierleid stecken, weiterhin bequem ignorieren kann.
Macht das Sinn?
Das Boot ist am Kentern. Während einige Leute fleißig schöpfen, bohren andere neue Löcher in den Rumpf und der Großteil von Mannschaft und Passagieren schaukelt das Boot schön hin und her, oder singt hoffnungsvolle Lieder.
Die unvegane Gesellschaft definiert sich durch Chaos und Doppelmoral.
Das zu erkennen und seinen eigenen Posten in diesem Boot zu überdenken und sinnvoll zu besetzen, ist die Aufgabe jedes Einzelnen.

Ich wünsche einen schönen und unbequemen Fernsehabend!

Schlunz

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